Wer bekommt den Hund?

Getrennt lebende Eheleute streiten um das gemeinsam gekaufte Tier

onlineurteile.de - Ein Ehepaar trennte sich im November 2012. Oft geht dann der Streit darum los, bei wem die Kinder bleiben — in diesem Fall ging es um den Hund, den die Partner während der Ehe angeschafft haben. Beide haben sich um das Tier gekümmert, allerdings hatte der arbeitslose Mann mehr Zeit zum Spazierengehen. Als die Ehefrau die Wohnung verließ, brachte er den Hund weg, damit sie ihn nicht mitnehmen konnte.

Erst nach einem Jahr sah sie die Hündin wieder. Und zwar vor Gericht: Sie hatte nämlich ihren Mann auf Herausgabe verklagt. Beim ersten Termin vor dem Amtsgericht lief das Tier sofort auf die Frau zu und blieb auf ihrem Schoß sitzen. Monate später teilte der Ehemann beim zweiten Verhandlungstermin mit, die Hündin sei inzwischen trächtig, das habe er eigentlich nicht gewollt.

Das Amtsgericht sprach das Tier der Ehefrau zu, die Beschwerde des Mannes gegen diese Entscheidung scheiterte beim Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart (18 UF 62/14). Die Hündin gehöre beiden Partnern, auch wenn die Ehefrau den Kaufpreis überwiegend bezahlt habe, so das OLG. Denn die Eheleute hätten gemeinsam beschlossen, sich einen Hund zuzulegen, und sie hätten ihn gemeinsam betreut.

Da sie sich nicht einigen könnten, bei wem das Tier bleiben solle, müsse das Gericht nach einer Lösung suchen, die künftig jedem Miteigentümer den Kontakt mit dem Tier ermöglicht. Wenn man dieses Kriterium anlege — wer den Kontakt des Ex-Partners zum Hund zulassen würde —, komme nur die Zuweisung an die Ehefrau in Frage.

Der Ehemann habe nach dem Auszug seiner Frau jeden ihrer Versuche abgeblockt, das Tier zu sehen und mit ihm etwas zu unternehmen. Fraglich, ob er in Zukunft das Recht seiner Frau auf Umgang mit dem Hund respektieren würde. Umgekehrt sei das eher zu erwarten. Überdies habe der Mann die Schwangerschaft der Hündin nicht verhindert und die Ehefrau darüber nicht einmal informiert. Das spreche eher gegen seine Eignung als Hundehalter.