"Weltweit Null-Gebühr" fürs Geld-Abheben

OLG Hamburg stoppt irreführende Werbung einer Bank für ihre Kreditkarten

onlineurteile.de - In Schreiben an potenzielle Kunden warb die Barclays Bank PLC für ihre Gold-Kreditkarte. Auf der Vorderseite des Werbebriefs und auf einem Gutschein prangte groß hervorgehoben der Riesen-Vorteil: "Null Bargeldabhebungsgebühr weltweit". Doch leider war diese Werbebotschaft nicht wahr. Im "Kleingedruckten" auf der Rückseite des Werbeschreibens stand, dass außerhalb der Eurozone sehr wohl eine Extra-Gebühr für den Auslandseinsatz der Kreditkarte anfiel.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) beanstandete deshalb die Werbung als irreführend: Verbraucher müssten sich darauf verlassen können, dass "Werbeaussagen zu Kosten Bestand haben und nicht an anderer Stelle wieder eingeschränkt werden", erklärte der vzbv. So sah es auch das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg und verbot die Werbebotschaft (5 U 38/14).

Wenn eine Bank bzw. ein Kreditkartenunternehmen mit der Aussage "Null Gebühr" für das Abheben von Bargeld "weltweit" werbe, dürften Verbraucher davon ausgehen, dass sie mit der Kreditkarte überall im Ausland kostenfrei Geld am Automaten abheben könnten. Treffe das nicht zu, müssten sie deutlich auf die Einschränkungen hingewiesen werden, urteilte das OLG.

Erläuterungen auf der Rückseite des Werbebriefs taugten nicht dazu, den falschen Eindruck richtig zu stellen, den die Bank auf der Vorderseite erwecke. Denn das Anschreiben der Barclays Bank PLC sei so gehalten, dass Leser annehmen müssten, auf der Vorderseite ständen alle wichtigen Informationen zur Visa Card Gold. Und Regelungen zur Höhe der Gebühren beim Abheben von Bargeld im In- und Ausland seien für Verbraucher von zentraler Bedeutung. (Die Bank hat gegen dieses Urteil Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt.)