Wasserski: Sportlerin vom Haltegriff getroffen

Betreiber von Wasserskianlagen können nicht jede Verletzung verhindern

onlineurteile.de - In einem Erholungsgebiet in Niedersachsen liegt ein kleiner See, auf dem man Wasserski fahren kann. Ein Seilsystem zieht die Sportler an Haltegriffen über das Wasser — das funktioniert so ähnlich wie ein Skilift. "Hängt" an einem Haltegriff kein Sportler, gleitet der Bügel an seinem Zugseil frei übers Wasser dahin, bis er am Ende der Anlage eingezogen wird.

Frau X hatte beim Inhaber der Anlage einen "Kurs" gebucht. Schon bei der ersten Fahrt stürzte sie und fiel ins Wasser. Bevor die Frau wegschwimmen konnte, wurde sie von einem frei schwingenden Haltegriff im Gesicht getroffen und verletzt. Vom Betreiber der Wasserskianlage forderte die Sportlerin Entschädigung. Doch das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig fand, ihm sei keine Pflichtverletzung vorzuwerfen (8 U 13/18).

Beim Betrieb einer Wasserskianlage sei es quasi unmöglich, jede Verletzung auszuschließen. Der Inhaber müsse nicht prinzipiell nach jedem Sturz sofort die Anlage abschalten, auch wenn keine echte Gefahr bestehe. Dann könnte er die Anlage im Grunde gar nicht mehr nutzen, da insbesondere Anfänger ständig stürzten. Frau X habe sich nicht ernsthaft in Gefahr befunden: Sie sei nach dem Sturz nicht bewusstlos gewesen, sondern habe sich schwimmend aus dem Anlagenbereich bewegt.

Zudem sei die Sportlerin vor der Fahrt explizit vor dem Risiko gewarnt worden, dass sie bei einem Sturz mit den umlaufenden Holzbügeln zusammenstoßen könne. Wenn gestürzte Wasserskifahrer nicht schnell genug wegschwimmen könnten, müssten sie eben abtauchen. Fazit des OLG: Letztlich handle es sich beim Wasserskifahren um eine "potenziell nicht ungefährliche Sportart, deren Gefahren von der Allgemeinheit toleriert würden". Wer die Anlage nutze, nehme dieses Risiko in Kauf.