"WarnWetter-App"

Kostenlose Wetterinformationen des Deutschen Wetterdienstes sind nicht wettbewerbswidrig

onlineurteile.de - Im Internet Wetterprognosen und andere Wetterinformationen anzubieten, ist ein Geschäftsmodell. Einer dieser privaten Anbieter ist die "Wetter Online GmbH". Ihr war die kostenlose "Konkurrenz" des Deutschen Wetterdienstes ein Dorn im Auge. Der Deutsche Wetterdienst ist eine Bundesbehörde, die im öffentlichen Auftrag Dienstleistungen rund ums Wetter erbringt (z.B. Wetterwarnungen, Agrarwetter, Flugwetter, Klimadaten etc.). Heutzutage natürlich auch "online".

Die "Wetter Online GmbH" verlangte von der Bundesrepublik Deutschland, die "WarnWetter-App" des Wetterdienstes zu verbieten. Die mit Steuergeld finanzierte App benachteilige die privaten Wetter-Informationsdienste, soweit das kostenlose Angebot über amtliche Unwetterwarnungen hinausgehe. Der Wetterdienst stelle Internetnutzern kostenlos und werbefrei nicht nur Warnungen, sondern auch weitere Wetterinformationen zur Verfügung: Das sei wettbewerbswidrig.

Aus dem Wettbewerbsrecht könne die GmbH keinen Unterlassungsanspruch gegen den Deutschen Wetterdienst ableiten, entschied jedoch das Oberlandesgericht Köln (6 U 180/17). Die Service-Angebote des Wetterdienstes stellten keine "geschäftliche Handlung" dar. Er erfülle vielmehr gesetzlich festgelegte Aufgaben.

Nach dem "Gesetz über den Deutschen Wetterdienst" gehörten meteorologische Dienstleistungen für die Allgemeinheit zu seinen Aufgaben: Sie seien Teil staatlicher Daseinsfürsorge für die Bürger.

Wenn eine Behörde im Rahmen des ihr gesetzlich zugewiesenen Aufgabenbereichs tätig werde, sei das kein Fall für das Wettbewerbsrecht. Soweit die GmbH beanstande, dass der Deutsche Wetterdienst mit der WarnWetter-App auch gegen öffentlich-rechtliche Vorschriften verstoße, müssten darüber Verwaltungsgerichte entscheiden.