Waffenfund auf der Baustelle

Ein Bauarbeiter und Jäger transportierte die Waffen im Auto zur Polizei: Entzug der Waffenerlaubnis!

onlineurteile.de - Bei Abrissarbeiten an einem Haus entdeckten Bauarbeiter im Oktober 2020 Waffen und Munition (fünf entladene Langwaffen, zwei geladene Pistolen). Der Chef der Baufirma wollte den Fund so schnell wie möglich loswerden. Da er wusste, dass ein Mitarbeiter Jäger war, bat er ihn, die Waffen mit dem Auto zur Polizeiinspektion zu bringen. Der Jäger führte aus, was angeordnet wurde — dabei verstößt so ein Transport im Pkw gegen das Waffengesetz.

Die Polizeibeamten staunten nicht schlecht, als sie auf der Rückbank des Wagens die unverschlossenen, in Decken eingewickelten Waffen sahen … Der Staatsanwalt stellte zwar das Ermittlungsverfahren gegen den Jäger wegen Geringfügigkeit wieder ein. Doch seine Waffenerlaubnis war der Mann nun los: Als Jäger müsse er die Vorschriften zum Transport von Schusswaffen kennen, so die zuständige Behörde.

Gegen den Entzug seiner Waffenerlaubnis wehrte sich der Jäger erfolglos. An Sachkunde fehle es dem ehemaligen Leiter einer Jagdschule wohl nicht, stellte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof fest, wohl aber an der erforderlichen Zuverlässigkeit im Umgang mit Waffen (24 CS 21.2636). Waffen unverschlossen, sogar geladen und schussbereit, im Auto herumzufahren, verstoße in grober Weise gegen das Waffengesetz.

Auch wenn die Absicht des Jägers, den unerwarteten Waffenfund bei der Polizei abzugeben, löblich gewesen sei: Warum er nicht die Polizei oder die Waffenbehörde telefonisch informiert habe, um die Waffen abholen zu lassen, sei unverständlich. Nach so einem gravierenden Verstoß gegen die waffenrechtlichen Vorschriften sei das Vertrauen in seine Zuverlässigkeit erschüttert. Das mit Waffenbesitz verbundene Sicherheitsrisiko werde nur bei Personen akzeptiert, denen man zutraue, mit Waffen stets korrekt umzugehen.