Vor dem Festzelt gestürzt

Festbesucher müssen damit rechnen, dass eine Metallrampe bei Regen rutschig ist

onlineurteile.de - Im Sommer 2015 feierte in der Nähe von Arnsberg (NRW) eine Schützenbruderschaft ein Fest. Ein Restaurationsbetrieb aus Hamm hatte ein Festzelt aufgebaut. Vor dem Eingang war eine schräge, geriffelte Aluminiumrampe ausgelegt, die die Besucher überqueren mussten. An einem völlig verregneten Tag rutschte ein 48-jähriger Festbesucher beim Verlassen des Festzelts auf der nassen Rampe aus.

Der Mann stürzte und brach sich dabei einen Fußknöchel. Für den Unfall machte er den Restaurationsbetrieb verantwortlich, weil die Gefahrenquelle nicht erkennbar gewesen sei: Das Unternehmen habe seine Verkehrssicherungspflicht verletzt und schulde ihm daher eine Entschädigung von 6.000 Euro.

Das Landgericht Arnsberg wies die Klage ab und das Oberlandesgericht (OLG) Hamm bestätigte diese Entscheidung (9 U 149/17). Der Festbesucher habe sich den Sturz selbst zuzuschreiben, fand das OLG. Eine Metallplatte — mit Riffelmuster versehen, damit man sie begehen könne — sei nicht nur an Eingängen von Festzelten, sondern auch an Rampen von Lkws und vielen anderen Orten üblich und zugelassen. Jedermann wisse, dass auf so einer Aluminiumrampe Wasser stehen bleiben könne.

Bei Regen sei die Oberfläche entsprechend rutschig, dann müsse man eben vorsichtig gehen. Vom Festzeltbetreiber könne man keine weiteren Sicherungsmaßnahmen verlangen. Auch Warnungen vor einer offensichtlichen Gefahrenstelle seien überflüssig. Das gelte jedenfalls dann, wenn die Rampe nicht ungewöhnlich steil oder wackelig angebracht war, was die Rutschgefahr in vorwerfbarer Weise erhöht hätte. Das habe der verletzte Festbesucher jedoch nicht belegen können.