Unfallschaden mit der eigenen Vollkasko abgerechnet

Wer die Regulierung der gegnerischen Versicherung nicht abwartet, muss die Folgen = Rückstufung selbst tragen

onlineurteile.de - Auf der Autobahn zwischen Dinkelsbühl und Feuchtwangen wurde der Wagen der Autofahrerin A beschädigt — schuld war eindeutig der Unfallgegner. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Mannes schrieb der Frau drei Wochen später, sie werde den Schaden regulieren. Sie habe den Unfallschaden bereits über ihre eigene Vollkaskoversicherung abgerechnet, antwortete Frau A.

Ihre Begründung: Die Versicherung des Unfallgegners habe sich ja ewig nicht bei ihr gemeldet und auf eigene Kosten habe sie den Schaden nicht reparieren lassen können. Die Vollkaskoversicherung habe sie daraufhin in der Schadensklasse zurückgestuft. Dafür müsse sie im folgenden Jahr rund 167 Euro zahlen. Insgesamt betrage der finanzielle Verlust durch die Rückstufung — auf die nächsten Jahre hochgerechnet — 1.909 Euro.

Diese Summe verlangte Frau A nun von der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung, doch dafür rückte das Unternehmen kein Geld heraus. Zu Recht, entschied das Amtsgericht Ansbach (4 C 987/17). Dass sich die Versicherung des Unfallgegners erst drei Wochen nach dem Verkehrsunfall bei der Unfallgeschädigten gemeldet habe, bewege sich im Rahmen des Üblichen. Frau A hätte abwarten müssen, bis das Unternehmen sich bereit erklärte, den Schaden zu regulieren.

Unfallgeschädigte seien verpflichtet, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Stattdessen habe Frau A vorschnell ihre eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch genommen. Außerdem habe die Versicherungsnehmerin auch nicht belegen können, dass sie auf das Geld von der Vollkaskoversicherung dringend angewiesen war. Deshalb müsse sie den "Rückstufungsschaden" in ihrer Vollkaskoversicherung selbst tragen.