Stewardess in Atemnot

Gericht verneint Berufskrankheit einer Flugbegleiterin trotz der schadstoffbelasteten Luft in Flugzeugen

onlineurteile.de - Eine 1971 geborene Frau arbeitete von 1996 bis 2008 als Flugbegleiterin, erst als Vollzeitkraft, später in Teilzeit. Nebenbei studierte sie Bewegungswissenschaften an der Universität und arbeitete als Fitnesstrainerin. Ab 2007 kämpfte die Frau mit gesundheitlichen Problemen, litt unter Atemnot, bronchialer Reizung, migräneartigen Kopfschmerzen und Herzrasen. 2008 erklärte ein Mediziner die Stewardess für "flugdienstuntauglich".

Arzt und Patientin führten die Beschwerden auf die Arbeit in Boeing 757-Maschinen zurück: Die verunreinigte Kabinenluft habe die Probleme ausgelöst. Ständig sei man im Flugzeug Kerosindämpfen, Enteisungsmitteln, Gasen, Kohlenmonoxid und Verbrennungsrückständen ausgesetzt.

Leidet ein Arbeitnehmer an einer Berufskrankheit, muss die Berufsgenossenschaft für die Heilbehandlung, für Reha-Maßnahmen etc. aufkommen und unter Umständen eine Rente zahlen. Im Fall der Ex-Stewardess verneinte die Berufsgenossenschaft allerdings jeden Anspruch auf Leistungen.

Zu Recht, entschied das Landessozialgericht (LSG) Bayern (L 2 U 430/12). Die Atemwegsbeschwerden der Frau seien nicht als Berufskrankheit anzuerkennen. Von einer Berufskrankheit könne man nur dann ausgehen, wenn die berufliche Tätigkeit "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache für eine Erkrankung" sei, so das LSG. Dass dies "wahrscheinlich so gewesen sei", reiche nicht aus.

Die Frau sei vom Internisten, von einem Lungenfacharzt, einem Neurologen und vom Betriebsarzt untersucht worden. Kein Mediziner habe einen eindeutigen Ursachenzusammenhang zwischen den Krankheitssymptomen und dem regelmäßigen Aufenthalt im Flugzeug gesehen. Auch deshalb, weil weitere Ursachen in Betracht kämen. Das geschilderte Krankheitsbild sei insbesondere bei Hochleistungssportlern sehr verbreitet.