Sex-Schaukel in der Mietwohnung

Quietschende Geräusche in der Nacht rechtfertigen eine Kündigung

onlineurteile.de - 2009 hatte der Mieter das Appartement in München-Moosach bezogen. Ab Dezember 2012 beschwerten sich die Nachbarn über häufige nächtliche Ruhestörungen. Der Mieter hatte in der Wohnung eine Kettenschaukel angebracht, die er offenkundig für nächtliche Sexspiele mit männlichen Besuchern benutzte. Die alte Schaukel quietschte, was das Zeug hielt — zwischen 22 Uhr und drei Uhr kamen die Nachbarn in den Genuss dieses Lärms und anderer Geräusche.

Als sich die Beschwerden häuften, mahnte die Vermieterin den Mieter mehrmals ab und verwies auf den Mietvertrag, der Störungen der Nachtruhe zwischen 22 Uhr und sieben Uhr früh ausdrücklich verbot. Trotzdem lärme der Mieter mehrmals wöchentlich in der Nacht. "Sexuelle, sportliche und quietschende Geräusche" hätten die Nachbarn beanstandet, Schieben und Fallenlassen von Gegenständen, lautes Lachen, Türklingeln und andauerndes Kommen und Gehen von Besuchern.

Da der Mieter die Abmahnungen ignorierte, kündigte die Vermieterin das Mietverhältnis und erhob schließlich Räumungsklage, weil der Mieter trotzdem in der Wohnung blieb. Das Amtsgericht München gab ihr Recht (417 C 17705/13). Die Kündigung sei wirksam, der Mieter müsse ausziehen.

Eine derartige nächtliche Geräuschkulisse entspreche nicht dem "normalen Mietgebrauch" und müsse weder von den anderen Mietern, noch von der Vermieterin als "sozialadäquat" akzeptiert werden. Ob auch Unterhaltungen, Lachen oder Duschen in der Nacht die Pflichten aus dem Mietvertrag verletzten, könne offen bleiben, erklärte die Richterin.

Die Vermieterin sei sicher, dass der Großteil der Lärmbelästigung auf sexuelle Praktiken mit anderen Männern zurückzuführen sei, im Wesentlichen auf das Geräusch der Sex-Schaukel. Das sei für die Nachbarn auf Dauer unzumutbar und berechtige die Vermieterin, den Mietvertrag zu kündigen.