Rüffel für Germania

Airline muss die Kunden auf ihrer Website richtig über die Fluggastrechte belehren

onlineurteile.de - Die Fluggesellschaft Germania informiert ihre Kunden auf der Internetseite flygermania.de über Flüge, Buchungsverfahren und Konditionen. Hier findet sich auch ein Informationsblatt, das die Fluggäste über ihre Ansprüche aufklärt, falls ein Flug zu spät landet, annulliert wird oder überbucht ist.

Es wurde vom Bundesverband der Verbraucherzentralen als unklar kritisiert. Zum Teil würden die Rechte der Verbraucher sogar falsch wiedergegeben. Der Bundesverband, Verteidiger der Verbraucherinteressen, mahnte die Fluggesellschaft ab und forderte, die irreführenden Informationen zu korrigieren. Dazu sah Germania allerdings überhaupt keinen Grund, weil das Informationsblatt die Ansprüche der Passagiere superkorrekt erläutere.

Das Landgericht Berlin sah das anders und entschied den Rechtsstreit zu Gunsten der Verbraucherschützer (52 O 103/15). Im Informationsblatt fehle beispielsweise der Hinweis, dass der Fluggast bei einem überbuchten Flug nicht nur das Recht habe, den Preis des Flugtickets ersetzt zu bekommen oder wahlweise auf andere Weise befördert zu werden. Die Kunden könnten bei kombinierten Flügen auch verlangen, dass man sie zum ersten Abflugort zurückbringt.

Die Auskunft zu eventuell nötigen Zwischen-Übernachtungen sei ebenfalls missverständlich. Sei ein Flug überbucht oder annulliert worden, und müssten Passagiere deshalb übernachten, hätten sie nicht nur "notfalls" Anspruch auf ein Hotelzimmer. Vielmehr seien Fluggesellschaften verpflichtet, gestrandeten Fluggästen eine Übernachtung im Hotel anzubieten. Die Formulierung "notfalls" tue so, als wäre dies der Ausnahmefall — und eigentlich müssten sich die Kunden selbst darum kümmern oder auf dem Flughafen schlafen.

Auf das Recht der Fluggäste, bei einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden eine Entschädigung zu erhalten, werde auch nicht hingewiesen. Dieser Anspruch ergebe sich zwar nicht direkt aus dem Gesetz, sondern aus der Rechtsprechung: Die aber sei für Verbraucher besonders wichtig. So eine Information dürfe man nicht unterschlagen, wenn es um die Folgen von Flugverspätungen gehe. Die Fluggesellschaft müsse die Forderung des Bundesverbandes erfüllen und diese Schwachstellen des Informationsblatts korrigieren.