Restwert eines Autos falsch berechnet

Kfz-Versicherung des Unfallverursachers muss trotz der Fehler die Kosten des Sachverständigengutachtens tragen

onlineurteile.de - Nach einem Autounfall brachte die Unfallgeschädigte ihren Wagen zu einem Kfz-Sachverständigen, um den Schaden begutachten zu lassen. Für das Gutachten zahlte sie rund 1.000 Euro, die die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers nicht ersetzen wollte: Das Gutachten sei fehlerhaft und wegen handwerklicher Mängel total unbrauchbar. Ihre Mitarbeiter hätten alles ganz anders berechnet, erklärte die Versicherung, und kürzte auch die vom Privatgutachter ermittelten Reparaturkosten.

Die Unfallgeschädigte klagte auf vollen Kostenersatz. Das Amtsgericht beauftragte einen gerichtlichen Sachverständigen damit, die Kritik am Schadensgutachten zu überprüfen. Er bestätigte, dass der Gutachter der Autobesitzerin den Restwert des Unfallwagens nicht richtig ermittelt hatte. Die Haftpflichtversicherung müsse die Gutachterkosten dennoch erstatten, entschied das Amtsgericht Frankfurt (31 C 1884/16 (17)).

Unfallverursacher müssten auch für mangelhafte Gutachten einstehen. Wenn sich ein Kfz-Sachverständiger Fehler leiste, seien diese nicht dem Unfallgeschädigten zuzurechnen. Anders läge der Fall nur, wenn die Fehler so offensichtlich wären, dass auch ein Laie ohne besondere Sachkunde sie erkennen könne. Nur dann könnte man der Unfallgeschädigten vorhalten, dass sie den Kfz-Sachverständigen nicht zu Korrekturen aufforderte.