Reiseveranstalter verlangt 90 % Stornogebühr

Kurzartikel

onlineurteile.de - Stornopauschalen müssen sich laut Gesetz am tatsächlichen Verlust orientieren, der dem Reiseveranstalter durch den Reiserücktritt eines Kunden entsteht. Das Landgericht Köln hat deshalb eine Klausel in den Reisebedingungen des Unternehmens DER Touristik gekippt, das von Kunden eine Stornogebühr in Höhe von 90 Prozent des Preises verlangte, wenn sie eine gebuchte Leistung nicht in Anspruch nahmen. Die hohe Pauschale galt unabhängig davon, ob die Kunden eine Pauschalreise, einen Flug, einen Mietwagen oder ein Hotelzimmer gebucht hatten. Das sei unzulässig, so das Landgericht: Reiseveranstalter müssten speziell für jede Reiseart die durch den Rücktritt ersparten Aufwendungen ermitteln und sie bei der Stornogebühr berücksichtigen. Sie dürfe den zu erwartenden Schaden für das Reiseunternehmen nicht übersteigen.