Reisepreiskürzung bei verspäteter Anreise

32 Stunden zu spät auf Fuerteventura angekommen — einen oder zwei Urlaubstage verloren?

onlineurteile.de - Eine Frau hatte für sich, ihren Mann und zwei Kleinkinder bei einem Reiseveranstalter eine zehntägige Pauschalreise nach Fuerteventura gebucht. Dafür zahlte sie insgesamt 3.026 Euro. Der Hinflug sollte am 5. Oktober früh in Frankfurt starten, die Landung am Urlaubsort war für 8:20 Uhr geplant. Doch der Flug wurde aufgrund vieler Krankmeldungen bei der Fluggesellschaft annulliert, was die Familie erst am Frankfurter Flughafen erfuhr.

Sie buchte einen Ersatzflug bei einer anderen Airline, der allerdings erst am nächsten Tag um 12 Uhr startete. Am 6. Oktober kamen die Urlauber schließlich um 15:50 Uhr auf der Ferieninsel an. Vom Reiseveranstalter forderte die Kundin Entschädigung für die Ersatztickets und Preisminderung für zwei verlorene Tage.

Das Unternehmen ersetzte die zusätzlichen Flugkosten und zahlte 302 Euro für einen verlorenen Urlaubstag zurück: Die Familie sei ja nur einen Tag zu spät am Urlaubsziel angekommen.

Damit war die Kundin nicht einverstanden, klagte und bekam vom Amtsgericht Hannover Recht (506 C 631/17). Nach der ursprünglichen Planung hätte die Familie den Reisetag am 5.10. als ersten Urlaubstag nutzen können. Bei einer Ankunft am Morgen sei es für Urlauber nach dem Einchecken im Hotel noch möglich, den Ort zu erkunden, sich an den Strand zu legen oder Sport zu treiben.

Die Familie sei aber nicht nur einen Tag später, sondern am 6.10. erst am späten Nachmittag angekommen. Wegen der Verspätung um mehr als 32 Stunden sei auch der 6.10. kein Urlaubstag mehr gewesen. Am Anreisetag habe die Familie auf der Insel praktisch nur noch zu Abend essen und übernachten können. Den Reisepreis für den 5.10. dürfe die Kundin um 100 Prozent mindern, den Preis für den 6.10. um die Hälfte (insgesamt 453,90 Euro).