Räucherlachs "aufgetaut"

Wenn der Fisch nach der Produktion erneut tiefgefroren wurde, muss der Handel darauf hinweisen

onlineurteile.de - Die Gewerbeaufsicht (Landratsamt Schwäbisch Hall) beanstandete, dass in den Filialen einer Supermarkt-Kette ein "Räucherlachs Premium-Qualität" ohne die Angabe "aufgetaut" verkauft wurde. Diesen Hinweis schreibt die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vor, wenn ein Lebensmittel gefroren war. Das Unternehmen zog vor das Verwaltungsgericht, um sich bestätigen zu lassen, dass die Information hier unnötig sei.

Begründung: Der auf Eis auf zwei Grad Celsius gekühlte Frischlachs werde zunächst kaltgeräuchert und dann auf minus zwölf Grad Celsius gekühlt. Anschließend werde er geschnitten. Der Lachs bleibe gefroren und werde bei Minus 18 Grad Celsius gelagert. Im Handel werde er dann schonend aufgetaut und verkauft. Der Verbraucher erwarte und bekomme eine einwandfreie Qualität.

Das überzeugte die Richter des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim nicht: Auch sie stuften den fehlenden Hinweis als Verstoß gegen die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung ein (9 S 1910/09). Ohne diese Angabe nehme der Verbraucher irrtümlich an, der Lachs sei nach dem Räuchern ohne Einfrieren direkt in den Laden gebracht worden. Für den Kaufentschluss der Verbraucher sei es wichtig, ob ein Räucherlachs tiefgefroren transportiert und gelagert wurde.