Makler vermittelt Hauskäufer einen Kredit

Eine zusätzliche Provision von der Bank darf er ihm nicht verschweigen

onlineurteile.de - Wegen eines geplanten Hauskaufs wurde ein Makler damit beauftragt, die Finanzierung des Geschäfts zu vermitteln. Er organisierte für den Kunden ein Darlehen und einen Zwischenkredit von einer Bank. Diese Beträge sollte der Kunde mit Hilfe eines Bausparvertrags und einer Tilgungslebensversicherung abzahlen. Die Provision für den Makler betrug etwa 10.000 DM. Der Makler verschwieg seinem Kunden jedoch, dass die Bank ihm für die Vermittlung des Kredits ebenfalls eine Prämie von 1.570 DM gezahlt hatte.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe verneinte aus diesem Grund einen Anspruch des Maklers auf Provision vom Kunden (18 a U 127/93). Er habe nicht für beide Seiten tätig werden dürfen. Zwischen dem Makler und seinem Auftraggeber bestehe ein besonderes Treueverhältnis: Der Auftraggeber vertraue darauf, dass der Makler - mit seinen Spezialkenntnissen vom Immobilien- und Finanzmarkt - den für ihn günstigsten Kredit finde und vermittle. Deshalb nehme er auch die Maklerprovision in Kauf.

Mit diesem Gedanken sei es nicht zu vereinbaren, dass der Makler auch von der Gegenseite ein Entgelt kassiere, ohne dies seinem Kunden zu offenbaren. Dessen Vertrauen darauf, dass der Makler nur die Interessen des Kunden wahrnehme und optimal zu vertreten versuche, würde hintergangen, wenn der Makler sich auch von der Gegenseite honorieren ließe.