Kollision am Bahnübergang

Autofahrer hielt am Andreaskreuz nicht an und wurde vom Güterzug erfasst

onlineurteile.de - Ein Autofahrer wollte am Morgen des 9. August 2011 mit seinem Transporter einen Bahnübergang überqueren. Dieser war zwar unbeschrankt, aber gut sichtbar mit einem Andreaskreuz gekennzeichnet. Doch der Mann blieb nicht wie vorgeschrieben am Andreaskreuz stehen. Ein Güterzug mit 30 Waggons erfasste den Transporter und schleifte ihn etwa 50 Meter mit.

Dabei wurde der Autofahrer schwer verletzt. Später räumte er zwar ein, dass er wohl hätte anhalten müssen. Trotzdem war der Verkehrssünder der Ansicht, dass ihm die Deutsche Bahn AG etwas schuldete: Wegen seines Fehlers verlange er nur 40 Prozent der Folgekosten und 30.000 Euro Schmerzensgeld, erklärte der Mann großzügig.

Wie schon das Landgericht Osnabrück wies auch das Oberlandesgericht Oldenburg seine Zahlungsklage gegen die Bahn ab (1 U 113/13). Der Autofahrer habe das Vorfahrtsrecht des Zuges missachtet und versucht, den Bahnübergang zu überqueren ohne anzuhalten. Damit habe er den Unfall allein verursacht und müsse auch den Schaden allein tragen.

"Mildernde Umstände" konnte das OLG nicht erkennen. Hätte er aufgepasst, hätte der Autofahrer den herannahenden Zug sehen müssen, stellte das Gericht bei der Inspektion der Unfallstelle fest. Sie sei gut einsehbar, keine hohen Büsche oder Bäume versperrten Autofahrern die Sicht. Außerdem überquere der Anwohner diesen Bahnübergang regelmäßig und sei mit den Gegebenheiten dort vertraut.

Den Zugführer treffe kein Mitverschulden. Er habe die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h vor dem Bahnübergang nicht überschritten. Weiter abbremsen müsse er dort auch nicht, denn die Bahnstrecke sei schnurgerade und der Übergang mit dem Andreaskreuz schon von weitem zu sehen. Vor dem Bahnübergang habe der Zugführer außerdem ein Pfeifsignal gegeben.