Klimaaußenanlage auf der Terrasse

Die Eigentümerversammlung lehnt es mehrheitlich ab, die Installation nachträglich zu genehmigen

onlineurteile.de - Eine "Klimatruhe" führte zu Konflikten in einer Münchener Wohnanlage. Ohne die Miteigentümer zu informieren, hatten die Eigentümer einer Erdgeschosswohnung im Frühjahr 2018 auf ihrer Terrasse eine Klimaaußenanlage installiert, die sie mit dünnen, weißen Holzlatten verkleideten. Die dafür nötigen Versorgungsleitungen wurden durch den Fensterrahmen ins Gebäudeinnere verlegt.

Auf einer Eigentümerversammlung beantragte das Ehepaar Monate später, den Einbau der Klimaanlage nachträglich zu genehmigen. Mit Mehrheit lehnten die Miteigentümer den Antrag ab. Sie forderten stattdessen, die Anlage und die Schäden an der Fassade "unverzüglich zu beseitigen". Da das Ehepaar dieser Aufforderung nicht nachkam, zog die Eigentümergemeinschaft vor Gericht.

Ihr Standpunkt: Der Einbau der Klimaanlage stelle eine bauliche Veränderung dar, die das optische Erscheinungsbild der Wohnanlage störe und zudem zu erheblichen Schäden am Gemeinschaftseigentum geführt habe. Denn der Installateur habe die Fassade durchbohrt, um die Leitungen zu verlegen. Wenn die Anlage in Betrieb sei, verursache sie zudem beträchtlichen Lärm (bis zu 50 dBA).

Dass die Installation das gemeinschaftliche Eigentum beeinträchtigte, bestritten die Eheleute: Die Außenwand sei ja nicht durchbohrt worden, nur ein Fensterrahmen. Außerdem sei die Anlage unauffällig verkleidet. Sie hätten ein Kleinkind, das stark unter der Hitze leide und die werde in den nächsten Jahren wohl noch schlimmer. Mit kleinen Kindern könne man auch nicht bei jeder Hitzewelle verreisen …

Heiße Räume könne man im Sommer nicht nur mit einer Außen-Klimaanlage abkühlen, erklärte das Amtsgericht München (484 C 17510/18 WEG). Wenn sich die Eltern um die Gesundheit des Kleinkindes sorgten, hätten sie auch eine Innenklimaanlage anschaffen können. Auf jeden Fall hätte das Paar vor dem Einbau die Zustimmung der Miteigentümer einholen müssen.

Das Klimagerät auf der Terrasse stelle nämlich eine bauliche Veränderung dar. Auch wenn es das Ehepaar nicht wahrhaben wolle — auch Fenster und Fensterrahmen zählten zum Gemeinschaftseigentum. Durch den Fensterrahmen Löcher für Leitungen zu bohren, beeinträchtige also das Gemeinschaftseigentum und damit auch die Miteigentümer. Das Ehepaar müsse den ursprünglichen Zustand wieder herstellen.