Kinderspiel mit Softair-Pistolen

Mutter des Schützen haftet für die Augenverletzung eines Spielkameraden

onlineurteile.de - Vier Jungs, zwischen zehn und 13 Jahre alt, spielten auf einem Parkplatz, vermutlich eine moderne Version von Räuber und Gendarm. Zwei Kinder hatten Softair-Pistolen dabei und trugen Schutzbrillen, die zwei anderen waren ungeschützt. Der Sohn von Frau A ballerte herum, traf und verletzte einen Spielkameraden am linken Auge.

Das Oberlandesgericht Oldenburg verurteilte die Haftpflichtversicherung von Frau A dazu, dem verletzten Jungen 5.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen und zudem für alle Folgekosten geradezustehen (1 U 3/14). Denn die (allein sorgeberechtigte) Mutter habe ihre Aufsichtspflicht verletzt. Softair-Pistolen seien zwar nicht lebensgefährlich, aber eben doch ein gefährliches Spielzeug.

Kinder unter 14 Jahren dürfe man damit nicht unbeaufsichtigt spielen lassen. Eltern müssten die Kinder dabei so genau kontrollieren, dass sie jederzeit eingreifen könnten, wenn die Kinder mit den Waffen leichtsinnig umgehen. Eine allgemeine Mahnung an den Sohn, "den Gesichtsschutz nicht zu vergessen" und darauf zu achten, dass die Mitspieler auch Schutzbrillen aufsetzten, genüge bei weitem nicht.

Zum einen könne sich bei Waffenspielen allemal übersteigerter Jagdeifer breit machen und der Spieltrieb zu unüberlegtem, exzessiven Einsatz der Spielzeugwaffen führen. Zum anderen habe der Mutter klar sein müssen, dass ihr Sohn ihre Mahnung kaum durchsetzen konnte.

Welcher Junge lasse sich schon freiwillig wegen einer fehlenden Schutzbrille von so einem "faszinierenden Spiel" ausschließen? Ein geringes Mitverschulden des verletzten Kindes, dem das Risiko bewusst gewesen sei, falle angesichts des Fehlverhaltens von Frau A nicht ins Gewicht.