Karnevalsunfall eines Bierwagens

Kölner Bus stieß gegen die geöffnete Seitenklappe des Bieranhängers

onlineurteile.de - Der Bierwagen, ein Sonderanhänger, gehörte einer Kölner Privatbrauerei und wurde regelmäßig an Vereine und Wirte vermietet. An einem Karnevalssonntag stellte Gastwirt O den gemieteten Bierwagen auf dem Bürgersteig vor seiner Kneipe auf, die an einer Kreuzung liegt. Die linke Seitenklappe des Bierwagens war geöffnet.

Am Abend fuhr ein Omnibus durch die A-Straße auf die Kreuzung zu, an der er rechts abbiegen musste. Beim Abbiegen stieß der Bus gegen die Seitenklappe des Sonderanhängers und schob ihn gegen die Hauswand. Die Brauerei musste für die Reparatur des Anhängers 13.567 Euro ausgeben. Sie verklagte den Fahrer und den Eigentümer des Busses auf Schadenersatz.

Der Schuss ging allerdings nach hinten los: Nach der Beweisaufnahme stand für das Landgericht Köln fest, dass die Halterin des Bierwagens den Schaden auf eigene Kosten beheben muss (7 O 431/10). Laut dem Gutachten eines Verkehrssachverständigen, der den Unfall genau rekonstruieren konnte, ragte nämlich die Seitenklappe des Bierwagens etwa einen Meter in die Fahrbahn hinein.

Das habe eindeutig den Zusammenstoß verursacht, so das Landgericht. Die offene Klappe habe die sehr enge Kreuzung — an der Omnibusse ohnehin immer weit ausholen müssten — zusätzlich verengt und dem Busfahrer das Abbiegen erschwert. Und das an einem Tag, an dem Busfahrer sowieso durch unzählige Kölner Jecken abgelenkt würden und ständig auf Fußgänger achten müssten.

Trotzdem sei der Omnibus nicht über den Bordstein gefahren. Den Busfahrer treffe also überhaupt kein Vorwurf: Er habe trotz der vielen Karnevalisten hier nicht die Kurve geschnitten, sondern ausreichend Abstand zum Bürgersteig eingehalten. Mit einem Verkehrshindernis wie der weit in die Kreuzung hineinragenden Seitenklappe eines Bierwagens müssten Busfahrer nicht rechnen — nicht einmal im Karneval.