Kampfrichter vom Speer getroffen

Witwe erhält keine Leistungen von der gesetzlichen Unfallversicherung

onlineurteile.de - Bei einem Leichtathletik-Wettkampf verunglückte ein Kampfrichter. Beim Speerwerfen ging der 74-Jährige im Zielbereich auf die Stelle zu, an der seiner Meinung nach der Speer eines Teilnehmers ungefähr landen würde — während der Speer noch durch die Luft flog. Der Speer traf den Kampfrichter und tötete ihn.

Seine Witwe beantragte bei der gesetzlichen Unfallversicherung Witwenrente: Ihr Ehemann habe zwar nicht als Angestellter des Sportvereins gearbeitet. Aber als Kampfrichter sei er "so ähnlich wie ein abhängig Beschäftigter" tätig gewesen. Also stehe er unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Doch die Unfallversicherung ließ die Frau abblitzen: Ein tödlicher Speerwurf sei kein Arbeitsunfall. Auch das Sozialgericht Düsseldorf lehnte ihre Klage auf Leistungen aus diesem Grund ab (S 1 U 163/13). Kampfrichter seien nicht abhängig beschäftigt und handelten auch nicht im öffentlichen Auftrag, wie z.B. Katastrophenhelfer, die gesetzlich unfallversichert seien.

Als so genannter "Wie-Beschäftigter" sei der Kampfrichter ebenfalls nicht einzustufen: Das seien Personen, deren Tätigkeit mit der eines Beschäftigten vergleichbar sei. Lizensierte Kampfrichter für Sportvereine seien ehrenamtlich tätig und bekämen nur eine geringe Aufwandsentschädigung. Bei regionalen Sportfesten seien keine Profis am Werk, die nach festen Einsatzplänen eines Vereins aktiv seien. Dem Verunglückten habe es freigestanden, an welchem Wettkampf er teilnehmen wollte.

Wer sich bei einem Sportverein ehrenamtlich engagiere, liebe den Sport und gehe einer reinen Freizeitbeschäftigung nach. Das ähnle in keiner Weise einem Arbeitsverhältnis. Die besondere Gefahr beim Speerwerfen ändere daran nichts.