Jäger darf keinen Schalldämpfer erwerben

Bundesverwaltungsgericht: Hörschäden bei der Jagd kann man auch anders verhindern

onlineurteile.de - Ein Berliner Jäger geht regelmäßig in einem Revier in Brandenburg zur Jagd. Schon vor Jahren beantragte er die Erlaubnis, für seine Jagdwaffe einen Schalldämpfer kaufen zu dürfen. Der laute Knall beim Abfeuern der Waffe liege über der Schmerzgrenze, so die Begründung des Jägers, mit einem Schalldämpfer wolle er Gehörschäden verhindern.

Doch die Berliner Ordnungsbehörde lehnte seinen Antrag ab. Vergeblich legte der Jäger erst Widerspruch ein und klagte dann gegen den Behördenbescheid: Er scheiterte beim Verwaltungsgericht und auch in letzter Instanz beim Bundesverwaltungsgericht (6 C 4.18).

Aus gutem Grund dürften Jäger Jagdlangwaffen und Kurzwaffen erwerben, nicht aber Schalldämpfer, betonten die Bundesrichter. Zweck dieser Regelung im Waffengesetz sei es, den privaten Besitz schallgedämpfter Schusswaffen soweit wie möglich zu verhindern. Denn sie erhöhten das Risiko rechtswidrigen Gebrauchs von Waffen.

Der Gesichtspunkt "Lärmschutz für Jäger" rechtfertige es nicht, vom Waffengesetz abzuweichen. Um das Gehör der Jäger vor dem Mündungsknall zu bewahren, seien Schalldämpfer nicht zwingend notwendig. Das Verwaltungsgericht habe bereits zutreffend ausgeführt, dass und warum andere Mittel des Gehörschutzes ebenso gut wirkten (Ohrkapseln, Im-Ohr-Schutz).