Internetshops für Lebensmittel

Lieferservice muss die Kunden schon auf der Webseite über Lebensmittel-Zutaten informieren

onlineurteile.de - Der Verbraucherzentrale Bundesverband beanstandete den Internetshop des Unternehmens "Bringmeister": Da fehlten die Pflichtangaben (gemäß EU-Lebensmittelinformationsverordnung) zu den Zutaten und den Allergenen in Lebensmitteln, unter anderem bei Kartoffelchips, bei Tiefkühl-Pizzen und bei Schokoriegeln.

Gegen die Kritik wandte der Lieferservice ein, der Kaufvertrag für die Lebensmittel komme erst bei deren Lieferung an der Haustür zustande. Im Internet bestellten die Kunden nur die kostenpflichtige Lieferung. Also könnten die Kunden die vorgeschriebenen Angaben rechtzeitig zur Kenntnis nehmen, nämlich wie vorgeschrieben vor Vertragsschluss, bei der Lieferung. Auf den Verpackungen der Lebensmittel fänden sich alle nötigen Informationen.

Bei Angaben, die für die Kaufentscheidung wesentlich seien, genüge das nicht, urteilte das Kammergericht in Berlin (5 U 126/16). Verbraucher müssten vor der Bestellung im Internet über Zutaten, über Allergene, über die Aufbewahrungsbedingungen und die Haltbarkeit von Lebensmitteln informiert werden. Die Lieferung finde in der Regel an der Haustür statt, unter Zeitdruck und in räumlicher Enge.

Die Annahme, dass die Kunden ausgerechnet an der Haustüre in Ruhe die Angaben auf der Verpackung studierten und danach auf Basis dieser Angaben wohlüberlegt ihre Kaufentscheidung träfen, sei unrealistisch. Diese Praxis sei für die Kunden unzumutbar. Die wesentlichen Informationen müssten für Verbraucher zugänglich sein, bevor sie die Produkte im Internet bestellten.