Holzlagerplatz im Außenbereich zulässig?

Nebenerwerbslandwirt setzt eine Baugenehmigung dafür durch

onlineurteile.de - Nebenerwerbslandwirt X führt ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen und baut nebenbei auf teils gepachteten, teils eigenen Ackerflächen Mais für eine Biogasanlage an. Dazu kommen ca. sechs Hektar Wald. Die Grundstücke von X liegen am Ortsrand einer Gemeinde im Außenbereich. In einer großen Halle hat er dort landwirtschaftliche Arbeitsmaschinen untergebracht.

Vor einigen Jahren beantragte der Nebenerwerbslandwirt beim Landkreis die Baugenehmigung für ein Holzlager neben der Maschinenhalle. Ohne Erfolg: Im Außenbereich seien nur Bauvorhaben zulässig, die der Landwirtschaft dienten, lautete die Auskunft. Angesichts des geringen Umfangs seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit beständen da aber Zweifel. Jedenfalls nutze X das Grundstück mit der Halle nicht für die Landwirtschaft. Die Halle sei keine Hofstelle und die Maschinen beinahe "museumsreif".

Doch beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg setzte der Landwirt die Baugenehmigung durch (1 LB 82/18). X betreibe Ackerbau auf über 28 Hektar. Dass es sich nur um einen Nebenerwerb handle und der Mais an eine Biogasanlage verkauft werde, stehe der Annahme eines landwirtschaftlichen Betriebs nicht entgegen, betonte das OVG. Der Nebenerwerbslandwirt erziele damit auch Gewinn: 2019 habe er mit dem Maisverkauf rund 22.000 Euro eingenommen.

In der Halle befänden sich neben Saatgut und Dünger ein Düngerstreuer, dazu Grubber, eine Maisdrille, eine Scheibenegge etc. Warum die Maschinen nicht funktionieren sollten, sei nicht nachvollziehbar. X habe zwar keinen forstwirtschaftlichen Betrieb, dazu sei die Waldfläche zu klein. Er bewirtschafte aber auch den Wald nicht aus Liebhaberei, sondern um mit Holzverkauf Erträge zu erzielen. Insofern trage der kleine forstwirtschaftliche Betriebsteil ein wenig bei zum Gesamtgewicht des landwirtschaftlichen Betriebs.

Und diesem landwirtschaftlichen Betrieb solle letztlich auch das Holzlager dienen. Auch wenn ein Holzlager für sich genommen kein rein landwirtschaftliches Bauvorhaben sei, gehe die Baugenehmigung dafür hier in Ordnung. Einzelne Tätigkeiten könnten nämlich durch ihre Zuordnung zur landwirtschaftlichen Tätigkeit eines Betriebs (d.h. als "Nebennutzung") von dieser sozusagen "mitgezogen" werden. Der Nebenerwerbslandwirt dürfe deshalb das Holzlager im Außenbereich errichten.