Haus war zwei Jahre älter als vereinbart

Ist im Kaufvertrag ein falsches Baujahr angegeben, dürfen Käufer einen Hauskauf rückgängig machen

onlineurteile.de - Die Eltern von Frau A hatten in den 1990er Jahren in Porta Westfalica ein Einfamilienhaus gebaut und 2008 der Tochter überschrieben. Frau A verkaufte das Hausgrundstück 2013 an das Ehepaar B. Die Käufer zahlten 600.000 Euro, nachdem der Kaufpreis wegen einiger Baumängel um 50.000 Euro reduziert worden war. Im notariellen Kaufvertrag stand, das Gebäude sei 1997 gebaut worden. Tatsächlich war Familie A schon zwei Jahre zuvor in das Wohnhaus eingezogen.

Als das Ehepaar B davon erfuhr, dass das im Vertrag angegebene Baujahr nicht stimmte, war das Maß voll. Die Käufer wollten nun den Kauf rückgängig machen, den sie angesichts der Baumängel ohnehin schon bereut hatten. Ihre Klage auf Rückabwicklung des Kaufvertrags hatte beim Oberlandesgericht (OLG) Hamm Erfolg (22 U 82/16).

Wenn im Kaufvertrag ein konkretes Baujahr angegeben werde, sei es damit verbindlich als Beschaffenheit der Kaufsache vereinbart, so das OLG. Die Käufer dürften sich darauf verlassen, dass das Haus dem technischen Baustandard des Baujahres 1997 entspreche. Daran gemessen sei das Wohnhaus mangelhaft, wenn es bereits im ersten Quartal des Jahres 1995 fertiggestellt wurde.

Diese Abweichung wirke sich negativ auf den Verkehrswert des Hausgrundstücks aus, und das in einem Ausmaß, das die Bagatellgrenze überschreite. Im Übrigen habe der Vater von Frau A, der die Vertragsverhandlungen für sie führte, die Käufer auch im Gespräch arglistig über das Baujahr des Einfamilienhauses getäuscht. Zu berücksichtigen sei außerdem, dass das falsche Baujahr bei weitem nicht den einzigen Mangel der Kaufsache darstelle.