Geschwärzt ist nicht schwarz!

Lebensmittelwerbung für Oliven: Was "drauf" steht, muss auch "drin" sein

onlineurteile.de - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) beanstandete Etiketten von Aldi Süd. In den Regalen der Handelskette hatten die Verbraucherschützer Olivengläser entdeckt, die laut Etikett schwarze Oliven aus Spanien enthalten sollten. Tatsächlich handelte es sich aber um grüne Oliven, die der Hersteller mit Eisen-II-Gluconat schwarz eingefärbt hatte.

So führe man die Verbraucher in die Irre, kritisierte der vzbv: Was vorne auf der Verpackung stehe, das müsse auch "drin" sein. Auf einem Teil der Gläser stehe nicht einmal in der kleingedruckten Zutatenliste, dass die Oliven gefärbt seien. Den Hinweis "Stabilisator: Eisen-II-Gluconat" verständen nur Lebensmittelexperten als Hinweis auf eine Färbung.

Auch das Landgericht Duisburg hielt diese Praxis für Etikettenschwindel (2 O 84/14). Aldi täusche die Verbraucher über den Inhalt des Produkts. Wer "schwarze Oliven" kaufe, erwarte natürlich gereifte schwarze Oliven und keine künstlich geschwärzten. Das belege auch eine Verbraucherumfrage des vzbv auf der Internetplattform "lebensmittelklarheit.de". Gereifte schwarze Oliven seien viel aromatischer als grüne, also unreif gepflückte Oliven.

Das Gericht verwarf sogar eine neue Version des Etiketts, die das Produkt in der Zutatenliste zutreffend als "geschwärzte Oliven" kennzeichnete. Begründung: Das ändere an der Irreführung der Kunden nichts, solange vorne auf der Verpackung "schwarze Oliven" angekündigt würden und das Bild auf dem Etikett schwarze Oliven zeige. Welcher Verbraucher werde da noch die kleingedruckte Zutatenliste auf der Rückseite der Verpackung studieren und den Hinweis "geschwärzt" zur Kenntnis nehmen?