Fußgänger werden von Auto vollgespritzt

Bei normaler Geschwindigkeit - kein Schadenersatz für die Reinigungskosten

onlineurteile.de - Ein Ehepaar war in der Stadt zu Fuß unterwegs. Im Februar hatte Tauwetter eingesetzt, die Straße war voller Wasserlachen. Ein Auto fuhr vorbei und verursachte beim Durchqueren einer riesigen Pfütze eine Wasserfontaine, die auf die Fußgänger niederging. Das Ehepaar musste die besudelte Kleidung zum Reinigen bringen.

Dafür forderten die Eheleute 44 Euro Schadenersatz vom Autofahrer: Wenn er im Schritttempo vorbeigefahren wäre, wären sie nicht nass geworden. Autofahrer müssten bei so einem Wetter Rücksicht nehmen. Das Amtsgericht Meldorf sah die Autofahrer jedoch nicht in der Pflicht (81 C 701/10).

Um Fußgänger vor Nässe und Schmutz zu schützen, sollten sie zwar angesichts von Wasserlachen langsamer fahren und keinesfalls beschleunigen. Aus der Wasserfontaine könne man aber nicht notwendig auf eine unangemessene Geschwindigkeit des Autofahrers schließen: Stehe das Wasser auf der Fahrbahn, entstehe auch bei geringer Geschwindigkeit Spritzwasser.

Keinesfalls seien Autofahrer verpflichtet, Wasserlachen nur im Schritttempo zu überwinden. Bei Regen müssten sie sonst ganze Städte in Schrittgeschwindigkeit durchfahren, um nur ja niemanden zu bespritzen. Das würde den Straßenverkehr unzumutbar beeinträchtigen. Ständiges Abbremsen erhöhe zudem die Unfallgefahr für den nachfolgenden Verkehr. Fußgänger sollten sich durch geeignete Bekleidung schützen.