Freundin verbreitet Nacktfotos weiter

Die Abgebildete erhält nur eine kleine Entschädigung, weil sie die Bilder selbst per Whatsapp verschickt hatte

onlineurteile.de - Eine junge Frau nahm Nacktfotos von sich auf und verschickte sie per WhatsApp (App für Nachrichten- und Bildertausch über Smartphones) an ihren damaligen Freund. Auch eine Freundin von ihr erhielt die Bilder — wobei im Nachhinein nicht mehr aufgeklärt werden konnte, ob sie ihr von der Abgebildeten selbst geschickt wurden oder von deren Freund.

Jedenfalls leitete die Freundin die Fotos an einen Bekannten weiter. Als die Abgebildete davon erfuhr, forderte sie von ihrer (nun Ex-)Freundin Entschädigung. Das Oberlandesgericht Oldenburg sprach ihr 500 Euro zu (13 U 70/17). Nacktfotos gegen den Willen der Abgebildeten weiterzuleiten, verletze deren Intimsphäre sowie ihr Recht am eigenen Bild.

Da sie der Verbreitung der Bilder nicht zugestimmt habe, könne verlangen, dass diese unterbleibe. Das gelte auch dann, wenn die Freundin die Bilder anonym, also ohne Nennung ihres Namens weitergeleitet habe. Da das Persönlichkeitsrecht der Abgebildeten verletzt wurde, stehe ihr obendrein eine finanzielle Entschädigung zu.

Im konkreten Fall sei allerdings ein relativ geringer Betrag von 500 Euro angemessen. Denn die Abgebildete habe die Fotos über einen Nachrichtendienst verschickt und damit selbst die Rechtsverletzung erst möglich gemacht. Darüber hinaus sei zu berücksichtigen, dass die Freundin die Fotos nur per WhatsApp an eine Person weitergeleitet und nicht etwa ins Internet gestellt habe.