Frau am Spielplatz verletzt

Drehbare Querstange macht Klettergerüst auf einem Spielplatz nicht zur Gefahrenquelle

onlineurteile.de - Als sie bei einem Spaziergang am kommunalen Kinderspielplatz vorbeikam, habe sie spontan Lust bekommen, "mal was Verrücktes zu machen". So schilderte die Frau später den Anfang ihres Abenteuers. Sie turnte auf einem Klettergerüst für Kinder herum, bis sie an einer drehbaren Querstange landete.

Dann habe sie plötzlich bemerkt, wie hoch die Stange war, sagte die Frau aus. Angst und Schwindelgefühle kamen hinzu, weil sich die Stange drehte. Beim Herunterspringen habe sie sich am Fuß verletzt.

Für die Folgen dieses Abenteuers sollte nun die Gemeinde einstehen: Ihr gab die 33-Jährige die Schuld am Unfall. Mit der frei beweglichen Querstange am Klettergerüst habe die Gemeinde eine besondere Gefahrenlage geschaffen. Diesen Vorwurf konnte das Oberlandesgericht Naumburg überhaupt nicht nachvollziehen (10 U 1/13).

Kinderspielplätze sähen heutzutage anders aus als früher. Bauteile würden nicht mehr streng, starr, geradlinig (und phantasielos) aufgestellt, sondern kindgerecht. Überall finde man daher wackelnde Bretter, schwankende Brücken, schaukelnde Wippen, lose Seile und dergleichen. Das sei zum Spielen viel interessanter. An einer drehbaren Querstange könnten sich die Kinder entlang hangeln, schaukeln und turnen.

Bewegliche Teile seien keine Gefahrenquelle, sondern pädagogisch sinnvoll. Wenn Erwachsene hier herumturnten, handelten sie auf eigenes Risiko. Sie müssten einkalkulieren, dass sie naturgemäß weniger beweglich seien als Kinder und in der Regel auch weniger trainiert. Denn mit zunehmendem Alter und durchs Berufsleben nähmen naturgemäß sportliche Aktivitäten ab.

Wenn Erwachsene Spielgeräte nutzten, die grundsätzlich für Kinder gedacht seien, müssten sie diesen natürlichen Schwund körperlicher Leistungsfähigkeit bedenken. Falls sich der Unfall so zugetragen haben sollte, wie ihn die Verletzte beschreibe, habe sie sich selbst in Gefahr gebracht. Die Gemeinde müsse für die Folgen ihres Abenteuers nicht haften.