Forderungsausfallversicherung

Diese Versicherung springt für Schäden ein, wenn beim "Schädiger" nichts zu holen ist

onlineurteile.de - Herr A hatte sein Wohnmobil fahrunfähig gemacht und — sozusagen als immobiles Mobilheim — auf einem Campingplatz abgestellt. Das Campingglück währte nicht lange: Herr B, Eigentümer des benachbarten Mobilheims, hantierte so unglücklich mit einer Gasflasche, dass beide Wohnmobile in Flammen aufgingen. A verlangte von B Schadenersatz.

Der durchlief jedoch gerade ein Privatinsolvenzverfahren, sprich: B war "pleite". Da half es Herrn A auch nichts, dass ihm ein Gericht einen Geldbetrag zusprach, mit dem B ihn für die Zerstörung des Mobilheims entschädigen sollte. Beim Brandverursacher war eben nichts zu holen. Deshalb wandte sich Herr A an seine Privathaftpflichtversicherung, in der auch das Risiko eines Forderungsausfalls mitversichert war.

Doch die Versicherung rückte kein Geld heraus und berief sich darauf, dass für transportable Mobilheime kein Versicherungsschutz bestehe. Außerdem müsste sie nur einspringen, wenn eine von A initiierte Zwangsvollstreckung gegen den Brandverursacher fehlgeschlagen wäre. Eine Zwangsvollstreckung habe aber nicht stattgefunden. Diese Einwände wies das Landgericht Coburg zurück (22 O 133/18).

Es sei aussichtslos gewesen, eine Zwangsvollstreckung zu beantragen. Das habe von vornherein festgestanden. Schließlich habe B gerade erst den so genannten "Offenbarungseid" geleistet. In so einem Fall dürfe sich der Geschädigte direkt an seine Forderungsausfallversicherung wenden, statt sinnlose Maßnahmen zu ergreifen. Falls die Versicherung verpflichtet sei, den Schaden zu übernehmen, müsse sie dann den Versicherungsnehmer so stellen, als wäre der Verursacher des Schadens haftpflichtversichert.

Anders als die Versicherung meine, bestehe hier Versicherungsschutz — d.h. sie müsse den Schaden übernehmen ("Einstandspflicht"). Denn A habe sein Wohnmobil so umgebaut, dass es nicht mehr fortbewegt werden konnte. Es sei also kein transportables Mobilheim zerstört worden, sondern ein versichertes Wochenendhaus.

Die Versicherung müsse also den per Gerichtsurteil gegen den Brandverursacher festgesetzten Schadenersatzbetrag bezahlen (abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung des Versicherungsnehmers). In Zukunft könne dann das Unternehmen selbst versuchen, das Geld von B zurückzubekommen.