Flug wegen Krankheit storniert

Fluggesellschaft darf Ticketstorno in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausschließen

onlineurteile.de - Im November 2014 hatte ein Ehepaar für Mai 2015 Flüge in die USA und zurück gebucht. Wegen einer Erkrankung stornierten die Kunden im März 2015 die Flüge und forderten von der Fluggesellschaft den Ticketpreis zurück (insgesamt 2.766 Euro). Für die Buchungsklasse "Premium Economy" galt auf interkontinentalen Strecken laut den Geschäftsbedingungen der Airline folgende Regelung: "Die Stornierung der Tickets ist nicht möglich".

Daher erstattete das Unternehmen nur die "nicht verbrauchten Steuern und Gebühren" von jeweils 133 Euro. Die Klage der Kunden auf Rückzahlung des gesamten Flugpreises scheiterte in allen Instanzen bis hin zum Bundesgerichtshof (X ZR 25/17). Die Fluggesellschaft dürfe das Recht der Kunden auf Kündigung (Storno) ausschließen, so die Bundesrichter, das benachteilige die Fluggäste nicht in unangemessener Weise.

Airlines hätten Fixkosten, die sich praktisch nicht verringerten, wenn ein oder zwei Fluggäste an einem Flug nicht teilnähmen. In Ausnahmefällen könne es zwar vorkommen, dass das Unternehmen stornierte Sitzplätze anderweitig vergeben könne. In der Regel sei aber eine kurzfristige Kündigung auf Langstreckenflügen ein Verlust für die Fluggesellschaft. Für solche Flüge fänden sich nicht von heute auf morgen Ersatz-Passagiere.

Das Kündigungsrecht der Kunden auszuschließen, vereinfache nicht nur die Vertragsabwicklung. Anders sei das Massengeschäft Luftverkehr gerade bei Interkontinentalflügen nicht wirtschaftlich zu organisieren. Wenn Fluggäste bei Krankheit oder anderen unvorhersehbaren Reisehindernissen nicht auf dem Ticketpreis sitzen bleiben wollten, müssten sie sich mit einer Versicherungspolice absichern. Oder den höheren Preis zahlen, den Fluggesellschaften für eine flexible Buchung verlangten.