Flüge sind im Voraus zu bezahlen

Verbraucherverband scheitert mit Klage gegen die Vorauszahlungsklauseln von Fluggesellschaften

onlineurteile.de - Ein Verbraucherverband beanstandete die Beförderungsbedingungen von Fluggesellschaften, genauer: ihre Vorauszahlungsklauseln. Ihn störte, dass Kunden schon bei der Buchung das Flugticket vollständig bezahlen müssen — unabhängig von der Höhe des Flugpreises und auch dann, wenn sie bereits Monate vor dem Flug buchen. Diese Art der Vorleistung benachteilige die Kunden unangemessen, fanden die Verbraucherschützer.

Der Bundesgerichtshof konnte jedoch in dieser Praxis keine Benachteiligung der Fluggäste erkennen (X ZR 97/14). Bei einem Massengeschäft wie dem Flugverkehr wäre es weder interessengerecht noch praktikabel, wenn die Fluggäste ihr Ticket erst bezahlen müssten, wenn das Flugunternehmen seine Leistung erbracht habe, d.h. bei der Ankunft am Zielort. Dann wären die Flugunternehmen ungesichert der Gefahr von Zahlungsausfällen ausgesetzt.

Um den Interessen der Verbraucher gerecht zu werden, müsse man die Vorauszahlung auch nicht auf die Anzahlung eines Teilbetrags beschränken (so wie im Reiserecht: 20 Prozent Anzahlung bei der Buchung, die Restzahlung 30 Tage vor Reisebeginn). Das würde die weltweit übliche Abrechnungspraxis der Fluggesellschaften umwerfen, mithin den von der International Air Transport Association (IATA) empfohlenen Standard.

Die europäische Fluggastrechteverordnung sichere die Mindestrechte der Fluggäste und wirke sozusagen "präventiv" auf die Fluggesellschaften ein, damit sie Flugpläne einhalten und die vertraglich vereinbarten Leistungen erfüllten. Zutreffend verweise der Verbraucherverband zwar darauf, dass Frühbucher durch die Vorauszahlung einen Zinsnachteil hinnehmen müssten. Doch der werde in der Regel durch den Preisvorteil ausgeglichen, der Kunden bei früher Buchung gewährt werde.