Ein "Fleischspieß" ...

... muss aus Fleischstücken bestehen und nicht aus "Mus"

onlineurteile.de - Berliner Veterinärämter beanstandeten Fleischerzeugnisse von Produzenten aus Baden-Württemberg und Niedersachsen. Nach Ansicht der Fachleute in den Behörden täuschten die Unternehmen Verbraucher mit der Bezeichnung "Putenbrust-Fleischspieß" auf den Verpackungen. Sie verstoße gegen das Lebensmittelrecht.

In Wirklichkeit bestünden die vermeintlichen Fleischspieße nämlich nicht aus Fleischstücken. Die Hersteller zerkleinerten vielmehr Brustfleisch, bis es "Briefmarkenstärke" erreiche, und vermischten es mit Gewürzen und Zusatzstoffen. Anschließend werde die breiige Masse mit einer Füllmaschine ausgeformt, dann mariniert. Am Ende werde der Holzspieß durchgesteckt.

Die Fleischproduzenten klagten vergeblich gegen die behördliche Auflage, die Bezeichnung zu ändern: Das Verwaltungsgericht Berlin gab den Veterinärämtern Recht und verwies auf die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches (14 A 133/07 u.a.). Ein Fleischspieß müsse aus gewachsenen Fleischstücken bestehen. Meist handle es sich zu zwei Dritteln um rohes Geflügelfleisch, ansonsten um Speck und würzende Beigaben.

Auch wenn "das Kleingedruckte" auf der Verpackung darauf hinweise, dass das Produkt aus "zum Teil zerkleinertem Fleisch" hergestellt sei, bleibe der Name Fleischspieß verkehrt. Wer gepresstes Mus aus Brustfleisch unter diesem Namen verkaufe, führe Verbraucher in die Irre.