Bauernhof mit überdachtem Reitplatz

Reitplatz im Außenbereich: Wegen naher Wohnbauten sind Lärmschutzauflagen angemessen

onlineurteile.de - Der Hof selbst liegt im Außenbereich, aber direkt neben Wohnbauten am Rande einer Kleinstadt. Die Baubehörde hatte den vom Hofeigentümer geplanten Bau eines überdachten Reitplatzes genehmigt — allerdings mit Auflagen. Aus Rücksicht auf die nahen Wohngebäude sollte der vom Reitplatz ausgehende Geräuschpegel tagsüber 55 Dezibel nicht überschreiten.

Gegen diese Auflage klagte der Hofeigentümer, weil er die Einschränkung für unverhältnismäßig hielt. Man sei hier schließlich auf dem Land, erklärte er. Seine Forderung: Die Behörde solle die Obergrenze zumindest auf 60 Dezibel erhöhen, wie sie auch in einem Dorfgebiet gelten würde. Doch diese Korrektur wurde vom Verwaltungsgerichtshof München abgelehnt (1 ZB 15.126).

Einerseits müssten Hauseigentümer, deren Grundstücke am Rand des Außenbereichs lägen, mehr Lärm- und Geruchsbelastung ("Immissionen") hinnehmen, als das in einem reinen Wohngebiet der Fall wäre. Ihr Anspruch auf Schutz sei aufgrund dieser besonderen Lage von vornherein geringer. Andererseits gelte das Gebot der Rücksichtnahme natürlich auch über die Grenzen von Außen- und Innenbereich hinweg.

Dass sich die Baubehörde im konkreten Fall am Immissionsrichtwert für allgemeine Wohngebiete orientiert habe, sei nicht zu beanstanden. Lärmschutz richte sich danach, was für ein Niveau in der näheren Umgebung üblich sei. Und der Hof mit dem künftigen Reitplatz liege nun einmal nicht in einem Dorfgebiet. Prägend sei hier eine Mischung aus Wohnbauten und Höfen. Daher sei es angemessen, hier einen Mittelwert zu bilden zwischen der Lärmobergrenze in einem reinen Wohngebiet und der Lärmobergrenze in einem Dorfgebiet.