Autounfall mit Katze

Der Halter des Tieres muss zahlen

onlineurteile.de - Ein Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, als eine Katze direkt vor ihm auf die Straße lief. Bei der Kollision wurde das Auto beschädigt, die Katze überlebte schwer verletzt. Der Katzenhalter lehnte jede Haftung ab. Da ihm das Tier nur zugelaufen sei, ihm also nicht gehöre, sei er für den Schaden nicht verantwortlich. In einem Gerichtsverfahren musste geklärt werden, wer nun die Reparatur des Wagens zu zahlen hat.

Das Landgericht Paderborn stellte sich zumindest teilweise auf die Seite des Autofahrers (5 S 35/95). Es komme nicht darauf an, wer Eigentümer der Katze sei, sondern darauf, wer sich tatsächlich um sie kümmere. Der Mann habe die Katze mit einem Flohhalsband ausgestattet und regelmäßig gefüttert. Nach dem Unfall habe er sie zum Tierarzt gebracht und einschläfern lassen. Damit sei er gemäß der gesetzlichen Regelung als Tierhalter anzusehen.

Tierhalter müssten für Schäden aufkommen, die ihre Tiere verursachten. Allerdings habe der Autofahrer nicht nachweisen können, dass der Unfall für ihn völlig unvermeidlich gewesen sei. Das Gericht hielt deshalb eine Aufteilung des Schadens für angemessen. Der Katzenfreund musste zwei Drittel der Reparaturkosten bezahlen.