Auto mit Automatikgetriebe vor dem Aussteigen nicht auf "P" gestellt

Betrunkener Fahrer geht bei der Vollkaskoversicherung leer aus

onlineurteile.de - Ein alkoholisierter Autofahrer (2,57 Promille) stellte sein geleastes Fahrzeug am Straßenrand mit laufendem Motor ab. Er stieg aus, ohne die Handbremse anzuziehen und stellte auch den Wahlhebel des Automatikgetriebes nicht von "D" auf "P". Das Fahrzeug kam daher ins Rollen und stieß auf der Gegenfahrbahn mit einem Lastwagen zusammen.

Die Vollkaskoversicherung lehnte es ab, die Reparaturkosten für das Auto zu übernehmen. Darin wurde sie vom Oberlandesgericht Hamm unterstützt (20 U 290/94). Begründung: Der Autofahrer habe gegenüber einem Polizisten bei der Aufnahme des Unfalls eingeräumt, den Wahlhebel auf der Stellung "D" gelassen zu haben. Sein späteres Leugnen sei daher unglaubwürdig.

Es sei ein "schwerwiegender Bedienungsfehler", vor dem Aussteigen bei einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe den Wahlhebel nicht auf "P" (Parken) zu stellen oder die Handbremse anzuziehen. Es sei kaum von der Hand zu weisen, dass dieser grobe Fehler auf die Wirkung des Alkohols zurückzuführen sei. Der Schaden am Fahrzeug sei - direkt oder zumindest indirekt - auf alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit zurückzuführen. Dafür müsse die Vollkaskoversicherung nicht einstehen.