"Aus" fürs Homeoffice

Die Arbeitgeberin verpflichtete einen Grafiker dazu, wieder im Büro zu arbeiten

onlineurteile.de - Wegen der Corona-Pandemie arbeiteten die Mitarbeiter eines Münchner Unternehmens eine Zeit lang überwiegend im Homeoffice. Im Februar 2021 verlangte die Arbeitgeberin u.a. von einem Grafiker, seiner Tätigkeit wieder im Büro in München nachzugehen.

Dagegen wehrte sich der Arbeitnehmer: Es genüge doch, im Büro zu erscheinen, wenn es ausnahmsweise nötig sei, z.B. für Besprechungen. Das Landesarbeitsgericht (LAG) München entschied den Streit zu Gunsten der Arbeitgeberin (3 SaGa 13/21).

Das Unternehmen berief sich auf betriebliche Gründe, die gegen das Homeoffice sprächen: Die technische Ausstattung sei am häuslichen Arbeitsplatz des Grafikers nicht so gut wie die im Büro. Zudem habe der Arbeitnehmer nicht überzeugend erläutert, wie er zuhause die betrieblichen Daten gegen den Zugriff Dritter (und der für die Konkurrenz tätigen Ehefrau) schütze.

Unter diesen Umständen dürfe die Arbeitgeberin die Rückkehr eines Mitarbeiters ins Büro anordnen, erklärte das LAG, auch wenn das Infektionsrisiko im Büro und in öffentlichen Verkehrsmitteln höher sei als im Homeoffice. Arbeitgeber legten die Arbeitspflichten der Arbeitnehmer fest, sie könnten ihr Direktionsrecht im Rahmen der rechtlichen Vorgaben frei ausüben. Auch aus der Corona-Arbeitsschutzverordnung sei kein Rechtsanspruch der Mitarbeiter auf Arbeit im Homeoffice abzuleiten.