Auch wer seine eigenen Blüten annimmt, "verschafft sich Falschgeld"

Bestrafung soll den Falschgeldmarkt bekämpfen

onlineurteile.de - Ein Mann kaufte sich ein Auto für 7000 DM und wollte mit gefälschten Banknoten zahlen. Der misstrauische Händler überprüfte jedoch die Geldscheine sofort auf ihre Echtheit und verlangte echtes Geld. Das Falschgeld gab er dem Mann zurück. Dieser wurde daraufhin vom Landgericht verurteilt, weil er sich zum einen Falschgeld "verschafft" und zum anderen Falschgeld "in Verkehr gebracht" habe. Der Mann wehrte sich dagegen. Zwar habe er beim Autokauf versucht, Falschgeld 'an den Mann' zu bringen, aber er habe sich vom Autohändler keines "verschafft".

Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil des Landgerichts (1 StR 495/94). Das Ziel der strafrechtlichen Vorschrift sei es, den gesamten Falschgeldmarkt zu erschweren, indem man nicht nur das "Inverkehrbringen", sondern auch die Annahme von Falschgeld unter Strafe stelle. Dass der Mann nur sein eigenes Falschgeld wieder zurückgenommen habe, sei unerheblich, denn er habe gerade dadurch die Möglichkeit gehabt, die 7000 DM wieder weiterzugeben. Da genau das verhindert werden solle, sei eine zusätzliche Bestrafung wegen "Sichverschaffens von Falschgeld" gerechtfertigt.