Angestellte verletzt sich beim Eislaufen

Bei einem privaten Ausflug ihres Firmenteams sind Arbeitnehmer nicht gesetzlich unfallversichert

onlineurteile.de - Die Mitarbeiter der Einkaufsabteilung einer Modefirma beendeten an diesem Tag vorzeitig die Arbeit: Das ganze Team unternahm einen Ausflug zur Eisbahn. Das hatte sich die Abteilungsleiterin als teambildende Maßnahme ausgedacht. Beim Betreten der Eisfläche rutschte die Frau aus, stürzte und brach sich das Handgelenk.

Die Berufsgenossenschaft lehnte es ab, den Sturz als Arbeitsunfall anzuerkennen: Mit ihrer beruflichen Tätigkeit in der Modefirma habe der Eislaufunfall nichts zu tun. So sah es auch das Sozialgericht Detmold und lehnte die Klage der Verletzten auf Leistungen von der gesetzlichen Unfallversicherung ab (S 1 U 263/15). Für Teilnehmer an einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung (wie z.B. einer Weihnachtsfeier) könne zwar schon Versicherungsschutz bestehen.

Das setze aber voraus, dass die Veranstaltung vom Betrieb organisiert werde. Das treffe hier nicht zu. Der Ausflug zum Eislaufen sei von der Firmenleitung weder angeregt, noch organisiert worden. Dass die Teamleiterin hoffte, durch so einen Ausflug das Betriebsklima in ihrer Abteilung zu verbessern, reiche nicht aus, um dem Ausflug den Charakter einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung zu verleihen.

Der private Charakter des Ausflugs werde auch dadurch deutlich, dass die Teamleiterin und nicht etwa die Firma die Kosten getragen habe. Letztlich wirke sich jede gemeinsam verbrachte Freizeit positiv auf den Zusammenhalt im Team aus und fördere die Kommunikation unter den Kollegen. Daher seien solche Ausflüge betriebsdienlich und würden von den Arbeitgebern immer befürwortet. Das allein begründe jedoch noch keinen Versicherungsschutz.